IRONMAN UK - Schlammschlacht in England...
02.08.2009
"Welcome to the British Summer..." so lautete die Ansage des Sprechers beim Einchecken der Räder am Tag vor dem Rennen. Tagelang hatte es geregnet und die auf einer Kuhweide neben dem Rivington Stausee aufgebaute Wechselzone hatte sich in ein großes Schlammloch verwandelt. Der Anblick erinnerte an die englischen Crossläufe mit Schlammlöchern und weiteren Hindernissen.
Alles ging recht locker zu und die Einheimischen waren mit ihren Gummistiefeln bestens ausgerüstet. Es kostete schon etwas Überwindung, durch den tiefen Morast zu waten, ohne mit dem Rad irgendwo stecken zu bleiben. Etwas beunruhigend war zudem die Ansage des Talsperreneigentümers bezüglich der Wassertemperatur. Gerade mal 14-15°C sollten es sein. Bei der Wettkampfbesprechung wurden wir etwas beruhigt, das Wasser soll sich aufgrund des starken Regens inzwischen auf 18°C erwärmt haben.
Um 6:00 Uhr morgens fühlte sich das Wasser dann doch eher nach 15°C an... brrr.... aber egal, da muss ich jetzt durch. Zähneklappernd wartete ich auf den Wasserstart, der erst 10 Minuten später losging, weil sich anscheinend noch nicht alle ins Wasser getraut hatten. Die Vermesser der Schwimmstrecke waren wohl auch etwas großzügig und so schwammen wir etwa 500 m zu viel, wie auch an den Schwimmzeiten aller Teilnehmer zu sehen ist.
Nach 1:12:44 Std. mit festgefrorenen Händen und Füßen verließ ich das Wasser und begab mich auf den weiten Weg zu meinem Rad. Draußen war es auch noch nicht viel wärmer geworden und so beschloss ich, mir wenigstens noch ein Radtrikot anzuziehen. Das war gar nicht so einfach mit den immer noch nicht aufgetauten Händen.
Aber es sollte nicht lange dauern, bis ich wieder warm wurde. Gleich zu Beginn der 1. Radrunde ging es steil und sehr lange bergauf. Insgesamt waren 3 Runden zu je 60 km zu fahren. Die Strecke hatte es in sich: Über 1.800 Höhenmeter, hunderte enge und schwer zu fahrende Kurven, sowie ein sehr rauer, holpriger Straßenbelag. Da fiel der Gegenwind dann irgendwann auch nicht mehr ins Gewicht.
Ich teilte mir die Strecke gut ein, überholte eine Frau nach der anderen und fuhr in der 2. Runde bis auf den 4. Platz der Frauen-Gesamtwertung vor. Nach etwa 90 km gab es plötzlich einen lauten Knall... Zunächst merkte ich nichts und war froh, keinen Platten zu haben. Doch wenig später hing mein Sattel extrem schief... Ich versuchte, so gut es ging, die Runde halb im Stehen zu Ende zu fahren, doch es kam schlimmer als befürchtet: Die Sattelklemmung war durchgebrochen, Reparatur und Weiterfahren war unmöglich... Es hat wohl nicht sollen sein und so war der Wettkampf nach 120 Radkilometern für mich leider zu Ende. Aber ich gebe nicht auf und plane bereits den nächsten IRONMAN. Mehr dazu demnächst.
