Europameisterschaft Double Ultra Triathlon in Slowenien
27.08.2011
Bei den Europameisterschaften im Double Ultra Triathlon im slowenischen Murska Sobota habe ich die unglaubliche Distanz von 452 km (7,6 km Schwimmen, 360 km Radfahren und 84,4 km Laufen) in nur 24:32:21 Std. zurückgelegt.
Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis zu 37°C erlebte ich einen nahezu perfekten Wettkampftag und konnte mich am Ende über den Europameistertitel und einen Start-Ziel-Sieg freuen. In der Gesamtwertung aller Teilnehmer bedeutete das Platz 2 mit der insgesamt schnellsten Laufzeit.
7,6 Kilometer SCHWIMMEN
Um 16:00 Uhr fiel endlich der Startschuss und das lange Warten hatte ein Ende. Ich kam gut voran und konnte gleich zu Beginn vorne mit schwimmen. Durch die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage war die Wassertemperatur auf 26°C gestiegen, so dass es auch beim Schwimmen keine Abkühlung gab und die Hitzeschlacht bereits im Wasser begann.
Obwohl ich gerne etwas schneller geschwommen wäre, entschloss ich mich dann doch dazu, ein ruhigeres Tempo zu wählen und regelmäßig zu trinken, um im Neoprenanzug nicht zu überhitzen. Nach insgesamt 20 Runden und 2:35:06 Std. Schwimmzeit inklusive Wechsel hatte ich es geschafft und startete als 1. Frau auf die Radstrecke.
360 Kilometer RADFAHREN
Auf den insgesamt 106 Runden rollte es richtig gut. Nach einem schönen Sonnenuntergang wurde es in der Nacht glücklicherweise auch wieder etwas kühler. Ich fuhr die ganze Zeit sehr gleichmäßig ein Durchschnittstempo von 30 km/h und konnte damit meinen Vorsprung weiter ausbauen.
So unter sternenklarem Himmel durch die Nacht zu radeln und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang zu beobachten war ein besonderes Erlebnis. Noch nie zuvor bin ich 360 Kilometer am Stück Rad gefahren. Aber die Stimmung an der Strecke war großartig und ließ die Zeit wie im Fluge vergehen. Bis in die frühen Morgenstunden standen begeisterte Anwohner am Straßenrand und hielten jeden Teilnehmer mit Anfeuerungsrufen munter.
84,4 Kilometer LAUFEN
Beim Wechsel auf die Laufstrecke war die Sonne gerade wieder aufgegangen und die nächste Hitzeschlacht stand bevor. Insgesamt 84,4 km, also 2 Marathons (56 Runden), mussten jetzt noch gelaufen werden. Nach einem kurzen Frühstücksstopp mit leckerem Kaffee ging es dann auch gleich weiter, um noch so weit wie möglich bei einigermaßen erträglichen Temperaturen laufen zu können. Ich fand schnell meinen Rhythmus und konnte ein Durchschnittstempo von 6 Minuten pro Kilometer gleichmäßig laufen.
Gegen Mittag war der erste Marathon überstanden, doch die Sonne brutzelte nur so von oben herab. Jetzt war es wichtig, ausreichend zu trinken und genügend zu kühlen, um nicht zu überhitzen. Die zusätzlichen Kühlungs- und Trinkpausen kosteten mich insgesamt bestimmt 1 Stunde, aber ohne sie wäre ich bei diesen extremen Bedingungen wohl nicht mehr weit gekommen. So gelang es mir jedoch, mein Lauftempo weiterhin konstant bei 6 Minuten pro Kilometer zu halten.
Viele andere Teilnehmer kamen mit dieser extremen Hitze nicht zurecht, ca. 1/3 mussten vorzeitig aussteigen. Doch bei mir lief es den Umständen entsprechend noch gut. Zu Beginn hatte ich es eigentlich kaum für möglich gehalten, nach 360 Kilometern Radfahren noch 2 Marathons im gleichmäßigen Tempo durchzulaufen und gegen Ende lief ich dann sogar die schnellsten Rundenzeiten aller Teilnehmer. Für die 84,4 Kilometer Laufen benötigte ich inklusive der Kühlungs-Stopps 9:33:19 Std. und lief damit am Ende sogar über 7 Minuten schneller als der schnellste Mann.
Glücklich im ZIEL
Nach 24:32:21 Std. hatte ich einen insgesamt 452 Kilometer langen Triathlon erfolgreich beendet und damit etwas geschafft, was ich vorher kaum für möglich gehalten hatte. Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Betreuerteam Katja und Falk sowie meinem Sponsor, der Profiwin GmbH, die mich zu jeder Zeit bestens unterstützt haben. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.








