4 Starts, 4 Siege – Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt
04.07.2015
Bei der Weltmeisterschaft im Double Ultra Triathlon, die vom 3. - 4. Juli im ungarischen Velence stattfand, habe ich meinen Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt. Es war mein insgesamt 4. Ultra Triathlon und gleichzeitig mein 4. Sieg bei einem Ultra Triathlon. Bisher habe ich so jeden Ultra Triathlon, bei dem ich gestartet bin, mit großem Vorsprung gewonnen.
Die Weltmeisterschaft in Ungarn war für mich mit Abstand der schwerste Ultra Triathlon, bei dem ich bis jetzt gestartet bin. Bei extremer Hitze, Wind und bergiger Radstrecke benötigte ich für die doppelte IRONMAN-Distanz (7,6 km Schwimmen, 360 km Radfahren, 84,4 km Laufen) insgesamt nur 24:51:41 Stunden. Mit dieser Zeit stellte ich einen neuen Streckenrekord auf.
7,6 km Schwimmen
Als am 3. Juli 2015 früh um 10:00 Uhr im Strandbad von Velence der Startschuss fiel, schien die Sonne bereits kräftig. Ein heißer Sommertag stand bevor. Einzig das Wasser war mit 21°C noch einigermaßen erfrischend.
Ich kam gut voran und schwamm die 16 Runden in gleichmäßigem Tempo. Nach 2:41:43 Stunden hatte ich es geschafft und wechselte als 2. Frau auf das Rad. 6 Minuten Rückstand hatte ich zu diesem Zeitpunkt auf die führende Frau. Aber jetzt kam meine Spezialdisziplin, das Radfahren.
360 km Radfahren
Die Temperaturen kletterten im Laufe des Tages weiter auf Werte bis zu 40°C und es wurde schwül-heiß. 26 bergige Runden waren jetzt zu fahren. Die Strecke hatte insgesamt ca. 2.800 Höhenmeter.
Für mich begann eine wahre Aufholjagd. In der 6. Runde holte ich die bis dahin führende Frau, Zsofi Malatinszky aus Ungarn, ein. Nach 180 km war ich bis auf den 3. Platz gesamt aller teilnehmenden Männer und Frauen vorgefahren.
An meiner Platzierung änderte sich bis zum Ende der Radstrecke nichts mehr. Keiner konnte mich einholen und so wechselte ich nach 15 Stunden Wettkampfdauer, weiterhin auf dem 3. Platz insgesamt liegend, zum Laufen.
Die 360 km Radfahren mit 2.800 Höhenmetern hatte ich in einem Durchschnittstempo von 30 km/h absolviert. Mein Vorsprung auf die zweite Frau war jetzt auf 50 Minuten angewachsen. Aber sollte das reichen? Zwei Marathons mussten immerhin noch gelaufen werden.
84,4 km Laufen
Nach der bergigen Radstrecke waren meine Beine zu Beginn der abschließenden 84,4 Laufkilometer sehr schwer. Ich fand dennoch einen guten Laufrhythmus und lief jede Runde in gleichmäßigem Tempo. Den ersten Marathon schaffte ich so in einer Zeit von 4:25 Stunden, überwiegend in der Nacht bei noch einigermaßen erträglichen Temperaturen.
Doch es sollte noch einmal sehr spannend werden. Die zu diesem Zeitpunkt zweite Frau, Zsofi Malatinszky, lief den ersten Marathon extrem schnell und kam so Runde für Runde näher an mich heran.
Jetzt, nachdem die Sonne aufgegangen war, wurde es so richtig heiß auf der Laufstrecke im Strandbad von Velence. Es gab dort so gut wie keinen Schatten. Nun war es besonders wichtig, gut zu kühlen und nicht zu überhitzen. Das war gar nicht so einfach bei diesen Temperaturen. Mein Vorsprung schmolz mit jeder Runde so wie meine Eiswürfel in der Sonne.
Nach ca. 60 Kilometern lief Zsofi mit großen Schritten an mir vorbei. Bei dieser Hitze ihr Lauftempo mitzugehen wäre garantiert nicht gut gegangen. So behielt ich meinen Laufrhythmus bei, konzentrierte mich auf meinen Körper und lief weiterhin mein gleichmäßiges Tempo.
Zsofi lief auf den nachfolgenden Kilometern noch eine ganze Runde Vorsprung auf mich heraus, bis sie bei Kilometer 65 plötzlich langsamer wurde und schließlich gehen musste. Danach ging bei ihr jedoch gar nichts mehr und sie brach das Rennen wenig später mit Muskelproblemen ab.
Aber auch für mich war es noch ein weiter Weg bis ins Ziel. Über der Wiese brütete die Gluthitze und es fühlte sich so an, als hätte jemand einen Backofen geöffnet. Selbst der aufkommende Wind brachte keine wirkliche Abkühlung. Mit Eiswürfeln unter der Mütze und ständiger Wasserkühlung kam ich Runde für Runde weiter voran. Auf den letzten 5 Runden glühte mein Kopf und ich schwitzte nicht mehr.
Und dann war es endlich soweit, meine letzte Runde. Gleich geschafft, nur noch 1,5 Kilometer bis zum Weltmeistertitel...
Glücklich im Ziel als Weltmeisterin
Nach 24:51:41 Stunden überquerte ich glücklich die Ziellinie. Bei diesen extremen Bedingungen hatte ich einen neuen Streckenrekord aufgestellt. In der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer und Frauen erreichte ich den 5. Platz.
Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Bruder Stefan und meinem Mann Falk. Ihr wart ein Super-Betreuerteam und habt mich rund um die Uhr bestens unterstützt. Danke, mit eurer Hilfe bin ich wieder Weltmeisterin geworden.
Siegerehrung am Tag nach dem Wettkampf: Katrin Burow ist Weltmeisterin im Double Ultra Triathlon in Velence / Ungarn in einer Zeit von 24:51:41 Stunden. Alexandra Meixner aus Österreich belegt den 2. Platz in 29:06:10 Stunden. Der 3. Platz geht an Melinda Nadasdine Boros aus Ungarn in 31:39:13 Stunden.
Damit habe ich meinen Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt und einen weiteren Ultra Triathlon mit großem Vorsprung gewonnen.






















